logo sport jochum

Läuft´s?

Wer schon etwas länger läuft kennt sie mit Sicherheit, die typischen Laufbeschwerden:

* Plantarfasciitis, aus der sich der Fersensporn entwickeln kann

* Achyllodonie (-entzündung)

* Tibiakantensyndrom

* Runner´s Knee

* Patellaspitzensyndrom (Jumper´s Knee)

* LWS-Syndrom und ISG-Blockaden

Hat die Überprüfung des Schuhwerks, Veränderung des Laufstils, medikamentöse und physiotherapeutische Behandlung nicht zum gewünschten Erfolg geführt, stimmt vielleicht grundsätzlich etwas mit dem Bewegungsablauf nicht. Ein zusätzlicher Ansatz aus physiotherapeutischer Sicht, mit sehr gutem Erfolg, ist eine Behandlung nach dem Vojta-Prinzip.

Was ist die Vojta-Therapie?

Bei der Vojta-Therapie übt der Therapeut beim Patienten, der sich in Bauch-, Rücken- oder Seitenlage befindet, einen gezielten Druck auf bestimmte Körperzonen aus. Solche Reize führen bei Menschen – und zwar jeden Alters – automatisch und ohne eigenen Antrieb, also ohne aktive willentliche Mitarbeit des Betroffenen, zu zwei im Körper gespeicherten Bewegungskomplexen:
Dem Reflexkriechen in Bauchlage und dem Reflexumdrehen aus Rücken- und Seitenlage. Aus diesen beiden Bewegungen entwickelt sich der gesamte Bewegungsablauf des Menschen. Bei der Reflexlokomotion kommt es zu einer koordinierten, rhythmischen Aktivierung der gesamten Skelettmuskulatur und der unterschiedlichen Schaltungsebenen des zentralen Nervensystems. Durch therapeutische Anwendung werden beim Patienten die für spontane Bewegungen im Alltag benötigten – unbewusst eingesetzten – Muskelfunktionen, besonders an der Wirbelsäule, aber auch an Armen und Beinen, Händen und Füßen sowie im Gesicht, aktiviert. Prof. Vojta nahm an, dass es beim Patienten durch wiederholtes Auslösen dieser „reflexartigen“ Bewegungen zu Freischaltungen“ oder „Neubahnungen“ innerhalb funktionell blockierter nervlicher Netzwerke zwischen Gehirn und Rückenmark kommt.

Durch die Anwendung der Reflexlokomotion sollen die elementaren Bestandteile der menschlichen Aufrichtung und Fortbewegung, d.h.:

1. Das Gleichgewicht des Körpers bei Bewegungen („posturale Steuerung“)

2. Die Aufrichtung des Körpers gegen die Schwerkraft

3. Die zielgerichteten Greif- und Schrittbewegungen der Gliedmaßen („phasische Beweglichkeit“)

wieder zugänglich und nutzbar werden.

Bei der Vojta-Therapie werden die ursprünglichen Bewegungsmuster wieder aktiviert, d.h. „eingefahrene“ falsche Bewegungen, die man sich z.B durch Verletzungen angewöhnt hat, werden wieder durch die im Gehirn gespeicherten ursprünglichen Abläufe ersetzt. Nach der Vojta-Behandlung sind diese Teilmuster dem Patienten spontan verfügbar. Durch regelmäßige Wiederholung der im Gehirn gespeicherten „Normalbewegung“ wird vermieden, Ausweichbewegungen zu trainieren. Diese wären in jedem Fall nur ein Ersatz für die eigentliche doch gewünschte „Normalbewegung“.